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BER Barrierefrei – Bericht von Andrea Mattern von ihrer Testbegehung

Am 31. Oktober wird der BER eröffnet. Damit ab dem ersten Betriebstag alles rund läuft, testeten 9.000 Freiwillige in den vergangenen Monaten den Flughafen. Am 17. September war ich dabei. Ausgestattet mit Bordkarten auf die Namen Anastasie Knaus und Tino Otto mit Flügen nach Kutaissi in Georgien und Bournemounth in England und einem schweren Koffer probte ich über sechs Stunden gemeinsam mit weiteren ca. 400 Komparsen die Reiseabläufe bei Abflug und Landung, den Check-In, Sicherheits- und Passkontrollen, das Boarding, den Shuttletransfer und die Gepäckausgabe. Es war ein interessanter Tag, zumal der erste Flug unter den erschwerten Bedingungen eines kompletten Stromausfalls simuliert wurde. Mein eigentliches Interesse bezog sich jedoch auf die Umsetzung der Barrierefreiheit für Hörgeschädigte. Hier wurde ich enttäuscht, da die an den Informationsschaltern mit Ohr und „T“ angezeigten Induktionsschleifen nicht in Betrieb waren und die Mitarbeiter zum Thema Induktion und Hilfsangebote für Hörgeschädigte auch nicht geschult waren. An diesem Tag gab es für mich nur den wenig hilfreichen Hinweis, dass ich meinen Mann unterhaken sollte. So nahm ich im Nachgang Kontakt mit der zuständigen Mitarbeiterin des Flughafens für Barrierefreiheit auf und bat um Information, welche Unterstützungsangebote für Hörgeschädigte bei der Eröffnung auf dem BER vorhanden sein werden.

Zuständigkeit für das Konzept barrierefreies Bauen

Das Konzept zum barrierefreien Bauen wurde durch eine Arbeitsgruppe unter der Leitung der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Dahme-Spreewald erarbeitet. Neben den Behindertenbeauftragten der Länder Berlin und Brandenburg wurde jede Behindertengruppe durch eine Person vertreten. Die Vertretung für Menschen mit Hörbehinderung wurde durch die AWO Gehörlosenberatung des Landkreises Dahme-Spreewald übernommen.

Fazit

Der BER verweist auf das Konzept zum barrierefreien Bauen, welches induktive Hörunterstützung nur an den Informationscountern vorsieht. Der BER wird mit dem aktuellen Stand in Betrieb gehen, Erfahrungen im Echtbetrieb sammeln und bewerten. Auch der Hinweis zum Einsatz von Faceshields wurde aufgegriffen und wird diskutiert. Der Vorsitzende des Landesverbandes Brandenburg e.V. im Deutschen Schwerhörigenbund Hans-Joachim Dietrich hat mitgeteilt, dass keine Anfrage auf Mitwirkung in der Arbeitsgruppe barrierefreies Bauen gestellt wurde. Wir werden bei den zuständigen Stellen nachforschen, warum der LV Brandenburg nicht in die Arbeitsgruppe einbezogen
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